Berlin, den 19.10.2022. Aufgrund steigender Energiekosten sehen viele deutsche Krankenhäuser ihre Existenz gefährdet und damit auch die Versorgung der Regionen. Im ganzen Land ertönen Hilferufe aus den Kliniken, die nach zweieinhalb Jahren Pandemie ohnehin finanziell und auch personell ausgezehrt sind. Die Kliniken rechnen teilweise damit, dass sich ihre Energiekosten versiebenfachen. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat eine Kampagne gestartet mit dem Namen “Alarmstufe Rot”. Die Bundesregierung müsse “jetzt handeln und einen Inflationsausgleich für die Krankenhäuser auf den Weg bringen”, Bundesgesundheitsminister Lauterbach kündigte nach einem langen Schweigen nun Hilfen an.

Uwe Witt, Mitglied des Deutschen Bundestags, glaubt nicht an echte Hilfen für die Kliniken durch Lauterbach:

„Anfang Mai hat Lauterbach noch eine Expertenkommission eingesetzt, die Vorschläge für eine zukunftstaugliche Krankenhauslandschaft und die Gesundheitsversorgung der Menschen erarbeiten soll. Mehrere Mitglieder der Kommission fordern seit Jahren, die Zahl der Kliniken in Deutschland drastisch zu reduzieren und gerade kleinere Häuser durch ambulante Versorgungszentren zu ersetzen. Karl Lauterbach selbst hat dafür schon lange große Sympathien. Zudem hat er sich seit Ende der 1990er Jahre bereits, um Krankenhauskosten zu drosseln, für eine Reduzierung der Betten eingesetzt und ist mitverantwortlich für die Gesundheitsreform unter Gerhard Schröder, bei der er sich für die generelle Einführung des Fallpauschalensystems stark gemacht hat, die eben genau zur Privatisierung des Krankenhausmarktes führte, mit erschreckenden Ergebnissen für Patienten und Gesundheitspersonal.

Nicht umsonst bleibt bei den Verantwortlichen in den Kliniken die Sorge, dass die Politik die Krise zumindest ein Stück weit laufen lassen könnte, um die gewünschte Marktbereinigung zu forcieren.

Zu genauen Zahlen will Lauterbach sich auch schließlich nicht äußern, die als Unterstützung für die Kliniken bereitgestellt werden sollen. Man könne schließlich die Höhe der zusätzlichen Energiekosten der Kliniken im kommenden Jahr noch nicht abschätzen.

Man muss kein Prophet sein, um zu wissen, dass Lauterbach sein Budget weiter lieber in den Erwerb von Impfdosen stecken wird, die er nach Ablauf des Verfallsdatums wieder entsorgen kann, als in den Erhalt von Kliniken. Der Aufschrei der Kliniken und der Patienten muss noch mehr Druck ausüben, damit Lauterbach handeln muss. Hier geht es schließlich um irreversible Schäden in unserem Gesundheitssystem.“